BVD e.V.- Pressemitteilung 12.05.2020

Pressemitteilung

Braunschweig, 12.05.2020.

BVD e.V Livestream: Corona-Lockerungen – TEMPO oder SLOW DOWN?

 „Politiker sind keine Experten für unterschiedliche Branchen.“

Florian Bernschneider, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverband Region Braunschweig, Joachim Rudo, Dipl.-Volkswirt und Rechtsanwalt in der Kanzlei Brinkmann.Weinkauf und Dirk Wöhler, Präsident des Berufsverband Discjockey e.V. (v.l.n.r)

Das fragt Dirk Wöhler, Präsident des BVD e.V., Joachim Rudo, Dipl.-Volkswirt und Rechtsanwalt in der Kanzlei Brinkmann.Weinkauf Hannover, und Florian Bernschneider, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverband Region Braunschweig, im 4. Livestream des BVD e.V.

Die ersten Lockerungen treten in Kraft und einzelne Branchen versuchen eine neue Normalität zu finden. Das ist für die Veranstaltungsbranche noch lange nicht in Sicht. Durch die erforderlichen Corona-Maßnahmen und die wirtschaftliche Lage ist es fraglich, wann und wie Veranstaltungen in naher Zukunft stattfinden könnten.

Damit bald Entscheidungen schneller und gezielter getroffen werden können fordert Florian Bernschneider, Geschäftsführer des Arbeitgeberverband Braunschweig, dass die Politik Grundsatzentscheidungen treffen sollte, aber „als Politik kann man nie Experte für zig unterschiedliche Branchen sein, die in sich noch mal extrem differenziert sind.“ Stattdessen müssten Gesundheitsämter seiner Meinung nach je nach Region entscheiden können, ob beispielsweise Veranstaltungen genehmigt werden können oder nicht – unter Einhaltung der grundsätzlichen Auflagen. Verbände könnten mit ihrem Fachwissen Konzepte entwickeln und diese der Politik vorlegen.

Allgemein steht eine „Tracking-App“ zur Diskussion. Diese erfasst wo Menschen mit Corona in Berührung gekommen sein könnten. Das könnte dann auch für Veranstaltungen einen große Rolle spielen, aber Dipl.-Volkswirt und Rechtsanwalt Joachim Rudo merkt an, dass die Politik zwar mit „mehr Informationen und mehr Daten grundsätzlich bessere Entscheidungen treffen kann“, aber die App nach den aktuellen Datenschutzrichtlinien freiwillig ist! Wie genau die Datenerfassung ist und welche Folgen sich daraus ergeben, ist ebenfalls noch nicht geklärt. Stattdessen könnte es sein, dass Menschen bewusst ein Risiko eingehen müssen, wenn sie beispielsweise eine Veranstaltung besuchen wollen.

Eine weitere Möglichkeit wäre ein Schnelltest. Der Arbeitgeberverband Braunschweig hat nach dem radikalen Lockdown für Unternehmen, mit Mitarbeitern die ins Ausland wollen, versucht Schnelltests zu bekommen und Florian Bernschneider hat als „klare Ansage“ ein „nein“ erhalten.

Das sich diese Situation aber schnell ändern könnte, betonte Joachim Rudo, der von einem Gerichtsurteil gesprochen hat, das es möglich macht „die 2-wöchige Quarantäne durch Schnelltests zu verkürzen“.

Auch welche Rolle in Zukunft ein möglicher Immunitätsausweis spielen könnte, ist noch offen. Dirk Wöhler sieht dort die Gefahr einer „Zweiklassengesellschaft“, wenn bestimmte Veranstaltungen nur noch mit einem solchen Ausweis besucht werden dürfen. Hinzu kommt, dass noch nicht klar ist, ob oder wie lange eine Immunität besteht.

Florian Bernschneider richtet den Blick in die Zukunft und hofft, dass „die Soforthilfen insgesamt noch mal angeguckt werden“ und „Menschen vor Ort Verantwortung [bekommen]“. Außerdem denkt er schon jetzt an die Zeit nach Corona und fordert, dass hinterher noch offene Fragen für die Zukunft geklärt werden, um so eine Situation wie jetzt langfristig und nachhaltig verhindern zu können.

Wie geht es nun zeitnah weiter? Nächste Woche, am 19. Mai 2020, werden um 19:00 Uhr Dr. Stefan Birkner (Vorsitzender der FDP Fraktion Niedersachsen) und Stephan Lemke (Präsidiumsmitglied EVVC e.V. – Europäischer Verband der Veranstaltungscentren e.V. und Geschäftsführer Stadthalle Braunschweig Betriebs GmbH bei Dirk Wöhler vom BVD e.V. zu Gast sein.

Livestream des BVD e.V. auf YouTube: https://youtu.be/6IGoppTlljA

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