BVD e.V.- Pressemitteilung 26.05.2020

Pressemitteilung

Braunschweig, 26.05.2020.

BVD e.V Livestream: Deutschland fährt hoch – Werden WIR vergessen?

„Wir können Ihnen nicht eine Perspektive geben […], weil wir es einfach nicht wissen“.

Helmut Streiff, Präsident der Industrie- und Handelskammer Braunschweig, Reinhold Hilbers, Finanzminister Niedersachsen (CDU) und Dirk Wöhler, Präsident des Berufsverband Discjockey e.V. (v.l.n.r)

Deutschland fährt hoch –  Werden WIR vergessen?

Das fragt Dirk Wöhler, Präsident des Berufsverband Discjockey e.V., den Niedersächsischen
Finanzminister Reinhold Hilbers
und Helmut Streiff, den Präsidenten der Industrie und Handelskammer Braunschweig im Livestream
des BVD e.V. 

Seit dem Shutdown sind inzwischen 10 Wochen vergangen und in den ersten Bereichen läuft die Wirtschaft wieder an. In vielen anderen Bereichen, wie auch in der Veranstaltungsbranche, ist das aber noch nicht so. Helmut Streiff hat davon berichtet, wie IHK-Mitarbeiter täglich Anrufe bekommen
haben, „wo Anrufer in Tränen ausbrechen und ihre Probleme schildern“. Denn „wir haben alle akzeptiert und verstanden, dass die Politik sich wirklich bemüht hat, für alle eine gute Lösung zu finden […]. Viele Unternehmen haben in der Vergangenheit einen guten Job gemacht […], aber mit dieser Situation hat niemand gerechnet“.

Dirk Wöhler, Präsident des BVD e.V., betont immer wieder, wie wichtig es ist, eine Perspektive zu bekommen. Das verdeutlicht in einem Video auch Florian Battermann, der seit 17 Jahren die Komödie am Altstadtmarkt in Braunschweig betreibt und Herrn Hilbers genauso um eine Perspektive für sich und seine Mitarbeiter bittet. Der Finanzminister Reinhold Hilbers sagte allerdings aus Sicht der Politik: „leider [können wir Ihnen] nicht eine Perspektive geben, um zu sagen, wann genau Sie wieder durchstarten können […],weil wir das einfach nicht wissen, weil wir auf Sicht fahren in der medizinischen Frage“. Trotzdem versprach er, dass die Politik über genau diese Bereiche spricht. „Es geht um Verlängerung bestimmter Hilfsprogramme, wo Unternehmen immer noch betroffen sind […] es wird aber auch um neue Hilfsprogramme gehen“. Diese Programme sollen aber nicht nur vom Land Niedersachsen kommen, sondern mit dem Bund abgestimmt werden.

In vielen Städten finden momentan Autokinos und Autokonzerte großen Zulauf. Dirk Wöhler befürchtet aber, dass dadurch der Eindruck bei der Politik entstünde, die Veranstaltungsbranche würde sich einfach neu erfinden. Das sieht Reinhold Hilbers nicht so: „Uns ist schon klar, dass man beim Autokino [oder Autokonzert] nicht so viele Menschen wie eigentlich zusammen bringen kann. Trotzdem ist es schön, dass solche Veranstaltungen angeboten werden […] es fehlt ja auch vielen Menschen, Kultur genießen zu können“.

Neben Dirk Wöhler fordert auch Helmut Streiff, dass die Politik nun handeln sollte. Auch wenn in manchen Bereichen, wie in der Gastronomie, die Wirtschaft langsam wieder anläuft, betonte Streiff, dass es „schwer [sei] in dieser Phase Geld zu verdienen“. Finanzminister Hilbers räumte ein: „Wir [mussten] sehr schnell handeln, sehr schnell entscheiden. […] Im Nachhinein weiß man vieles besser.“ Denn schließlich gibt es „kein Lehrbuch dafür, die Wirtschaft runterzufahren und, was viel viel schwieriger ist als runter fahren […], ist das wieder rauf fahren“. Für die Politik stünde weiter an erster Stelle, einen erneuten Lockdown zu vermeiden. Dafür muss das Infektionsrisiko so gering wie möglich bleiben und Veranstaltungen können wie gewohnt in absehbarer Zeit noch nicht wieder stattfinden.

Für Helmut Streiff als IHK-Präsident haben es auch die Auszubildenden in dieser Zeit nicht leicht. 

Prüfungen wurden verschoben, Unternehmen sind sich unsicher, ob sie im Sommer wieder neue Ausbildungsplätze anbieten können. Zudem gibt es insbesondere in Niedersachsen sehr viele kleine Unternehmen, die große Automobilkonzerne beliefern und kaum Unterstützung in der Krise erhalten. Seine Bitte an die Politik: „Lassen Sie sich etwas einfallen, wie Sie die kleinen [Unternehmen und Start-Ups] unterstützen, […] damit die jetzt überleben“.

Reinhold Hilbers versicherte der Branche: „Wir haben Sie im Blick! Uns ist ganz besonders bewusst geworden in dieser Krise […], wie viele Menschen an Events mitarbeiten, damit sie schön sind. Wir sehen ja immer nur das vor der Bühne. […] Wir sehen ja nicht das, was hinter der Bühne stattfindet. Wir sehen nicht die vielen Wochen vor der Messe […] wir sehen immer nur die Veranstaltung selbst“. Der Politik sei bewusst geworden, wie viele Menschen und wie viel Potential dahinter steckt.

Jetzt sind 10 Wochen seit dem Lockdown vorbei! Wie geht es jetzt weiter? In der kommenden Woche am 02.06.2020 um 19:00 Uhr werden Dirk Wöhler (Präsident BVD e.V.) und Hendrik Scholz (Finanzvorstand BVD e.V.) eine erste Bilanz ziehen und die Fragen von Moderatorin Michelle Kradel  beantworten, was bisher erreicht werden konnte und welche nächsten Schritte geplant sind.

Die Livestreams des BVD e.V. auf YouTube:
https://www.youtube.com/channel/UCnDt__nSGwREQilfd1jedRQ

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