Sachkundenachweis für DJs

Discothekenlärm ist eine Ursache, warum vor allem Jugendliche immer häufiger an Hörschäden leiden. Der Lärmpegel in Clubs liegt dabei mit bis zu 110 dB weit im gehörschädigenden Bereich, der bei 85 dB beginnt.

Anfang der 2000er Jahre war daher die Verabschiedung eines Gesetzes geplant, welches für den Schalldruckpegel in Clubs in Discotheken einen Grenzwert von 90 dB vorsah. Eingebaute Limiter hätten dann die alleinige Kontrolle der Lautstärke übernommen, was verheerende Folgen für Veranstalter und Discjockeys gehabt hätte.

Um dieses Gesetz zu verhindern, hat der BVD e.V. zusammen mit dem Bundesverband deutscher Discotheken und Tanzbetriebe im DEHOGA (BDT e.V.), der Techniker Krankenkasse und den Gesundheitsministerien verschiedener Bundesländer im Jahr 2004 den DJ-Führerschein ins Leben gerufen. Der DJ-Führerschein wurde seitdem an über 2.500 DJs vergeben, die sich für ein verändertes Bewusstsein im Umgang mit lauter Musik und freizeitbedingten Hörschäden bei Kindern und Jugendlichen einsetzen. Um die „Führerscheinprüfung“ erfolgreich zu bestehen, mussten die Discjockeys an einem Seminar teilnehmen, bei dem sie über die gesundheitlichen Folgen lauter Musik, über akustisch-technische Aspekte und haftungsrechtliche Tatbestände geschult wurden. Den Abschluss bildete ein schriftlicher Test. Die Inhalte zu diesem DJ-Führerschein haben Experten der Technischen Uni Berlin sowie Fachleute aus dem Bereich Schallwirkungsforschung erarbeitet.

Für die Diskothekenbranche wurde ein spezieller Schallpegelmesser entwickelt, der LevelMax 1 von Monacor International, mit dem der Schall auf der Tanzfläche kontinuierlich überwacht und aufgezeichnet werden kann. Ein gesondertes Display zeigt dem DJ dabei an, wenn die Musiklautstärke in einen absolut bedenklichen Bereich fährt.

Der BDT e.V. empfahl zudem allen Discothekenunternehmern in Deutschland, zukünftig nur noch DJs zu beschäftigen, die ihre Qualifikation durch den DJ-Führerschein nachweisen können.