Pressemitteilung zum #AlarmstufeRot Live-Stream am 25.08.2020

Pressemitteilung Alarmstufe Rot

Braunschweig, 26.08.2020

Der Live-Stream zur Rettung der Veranstaltungswirtschaft:

Ein Künstler ist nur so gut, wie der Techniker hinter ihm.

Thorsten Meyer von der Initiative der Veranstaltungswirtschaft Nordwest, Eventmanager Robin Kirchhoff und Dirk Wöhler, der Präsident des Berufsverband Discjockey e.V.

Dirk Wöhler hat seinen Job als „die Liebe seines Lebens“ beschrieben und kämpft nun dafür: „Ich lasse mir weder von einem Virus, noch von der Langatmigkeit und Bürokratie unseres Staates meine Liebe des Lebens Kaputt machen“.

Aus der Night of Light wurde die „Alarmstufe Rot“! Und die wird am 09.09.2020 in Berlin eine Demonstration veranstalten. Im Vorfeld werden dazu wöchentliche Live-Talkrunden mit Vertretern aus Politik und Veranstaltungswirtschaft stattfinden.

Dirk Wöhler, der Präsident des Berufsverband Discjockey e.V., hat die Demo angemeldet und in das Alarmstufe-Rot-Studio Gäste eingeladen. Direkt neben ihm saßen der Eventmanager Robin Kirchhoff und Thorsten Meyer von der Initiative der Veranstaltungswirtschaft Nordwest. Zusätzlich waren weitere Gäste über Video zugeschaltet. Mit dabei der Geschäftsführer von Pro Event Entertainment GmbH und Veranstalter der Olé Partys, Markus Krampe, ebenso wie Borhen Azzouz von Sub-events Verantaltungstechnik und Vorstandsvorsitzender vom Deutschen Eventverband und auch die Solo-Selbstständige Sandra Beckmann von der Initiative für die Veranstaltungswirtschaft.

Es betrifft alle! Das sagt Eventmanager Robin Kirchhoff: „Jeder, der eine Hochzeit feiern will. Jeder, der mal auf dem Stadtfest einen Wein getrunken hat. Jeder, der im Club gefeiert hat. […] Festival, Konzerte, Caterer, die Technikdienstleister, die Werbeagenturen“ und viele mehr!

Auch nach einem halben Jahr gibt es noch keine Perspektive! Robin Kirchhoff ist verärgert, dass sich die Politik so wenig Gedanken macht. Er kreidet an, dass nicht unterschieden wird, ob sich Menschen bei einer privaten Party mit dem Coronavirus infizieren oder bei einer offizielle geplanten Veranstaltung mit Hygienekonzept. Das ist für ihn „geschäftsschädigend“.

Alle Gäste des Streams haben die Sorge, dass in der anstehenden dunklen Jahreszeit mehr privat organisierte Partys stattfinden, auf denen sich das Virus ausbreiten könnte. Dirk Wöhler sagte, dass „eine professionell organisierte Veranstaltung“ ein deutlich geringeres Risiko darstellen würde. Problematisch sei aber, dass die Veranstaltungen unter Auflagen nicht wirtschaftlich seien und dort die Unterstützung von der Politik gebraucht wird.

Neben den Demonstrationen die wöchentlich auf Landesebene stattfinden, will die Branche gemeinschaftlich am 09.09.2020 in Berlin auf ihre Probleme aufmerksam machen. Borhen Azzouz hat in der Coronazeit den Deutschen Eventverband gegründet, damit sich all die vielen unterschiedlichen Berufsgruppen der Eventbranche dort zusammenschließen können, um dann „breitbandig die Themen in die Politik tragen zu können“.

Auch Markus Krampe lebt davon Veranstaltungen zu organisieren. Er ist Geschäftsführer von Pro Event Entertainment GmbH und Veranstalter der Olé Partys. Auch wenn er sich selbst als „Berufsoptimist“ bezeichnet, fällt es ihm inzwischen schwer die gute Laune zu behalten. Denn obwohl das offizielle Veranstaltungsverbot aktuell bis November 2020 (Stand 25.08.2020) gilt, hat er die Erfahrung gemacht, dass sogar eine Veranstaltung für Ende März 2021 mit ursprünglich 60.000 Menschen umgeplant werden soll. Als Realist glaubt er, dass „das Veranstaltungsverbot verlängert wird“. Der Skandal für ihn ist, dass zwar alles verboten, aber kein Ausgleich für diese Zeit von der Politik angeboten wird. Er hat selbst Überbrückungshilfen beantragt, die seien aber noch nicht bei ihm angekommen.

Um mehr Aufmerksamkeit zu generieren, müssten sich mehr namenhafte Künstler für die Veranstaltungsbranche einsetzen, doch er fürchtet, dass „die Krise bei den großen Künstlern noch nicht angekommen ist“, da viele Künstler eh Schaffenspausen einlegen, aber „ein Künstler ist nur so gut, wie der Techniker hinter ihm“.

Thorsten Meyer ist Initiator der Veranstaltungswirtschaft Nordwest und auch von einigen Medien enttäuscht. Er habe das Negativbeispiel erlebt, dass ein Vertreter einer Zeitung sagte: „Über das Thema Veranstaltungsbranche haben wir schon genug berichtet, es wird erst wieder interessant, wenn die Insolvenzen kommen“.

Als Solo-Selbstständige bekommt Sandra Beckmann keine Sofort-Hilfe und hat die Initiative für die Veranstaltungswirtschaft gegründet, um mit Politikern ins Gespräch zu kommen. Sie sieht dabei erste Erfolge und hofft, dass dies auch bei der Demo am 09.09.2020 in Berlin am „roten Tisch“ der Fall sein wird, „wo wir die Politik einladen in den Dialog mit Branchenvertretern zu treten“. Anschließend wird symbolisch das „letzte Hemd“ übergeben.

Thorsten Meyer hat in vielen Gesprächen gemerkt, dass „das Wasser den Leuten bis zum Hals steht“ und er häufig „erstmal Aufbauarbeit betreiben“ muss. Für Dirk Wöhler ist es auch schon nicht mehr fünf nach zwölf, „sondern eigentlich schon halb eins“.

Robin Kirchhoff bemängelt, dass vielen die „Dramatik noch nicht klar“ sei. „Viele denken, irgendwann geht es weiter“. Aber es sei kein Geschäftsmodell in Sicht, sondern nur laufende Kosten, die nicht aufgefangen werden. Er sagt: „Es programmiert die Insolvenz und zwar per Regierungsbeschluss“.

Für eine Perspektive und den Dialog mit der Politik wird es am 09.09.2020 in Berlin die Demonstration geben – alle Infos dazu gibt es auf www.alarmstuferot.org

und am kommenden Dienstag (den 01.09) wird es erneut einen Live-Stream aus dem Alarmstufe-Rot-Studio in Braunschweig mit Dirk Wöhler geben.

YouTube-Link: https://www.youtube.com/watch?v=vwUjCW8KhHM&t=4s